Pilotfläche Karlsruhe Stupferich des LTZ Augustenberg
"Die 3,2 ha große Fläche im Eigentum des Landes wurde dem LTZ im Jahr 2008 zur Nutzung übertragen. Ein Großteil der Fläche bestand vorher aus einem überalterten, nahezu unbewirtschafteten, halbstämmigen Obstbaumbestand einer ehemaligen Gemeinschaftsobstanlage. Auf der Fläche entstanden im Jahr 2009 zwei verschiedene Agroforstsysteme: Ein Teil der Fläche wurde gerodet und ein silvoarables Agroforstsystem mit Ackerbau in Kombination mit Wertholz- und Kurzumtriebsstreifen etabliert. Die Wertholzstreifen und die Pappeln werden vom LTZ bewirtschaftet. Die ackerbauliche Nutzung führt ein Landwirt durch, der auch die Nachbarfläche bewirtschaftet. Dadurch ist ein Vergleich von Ackerflächen mit und ohne Baumbestand möglich. Auf einer anderen Teilfläche wird der Versuch unternommen, ein traditionelles AFS (Streuobstwiese) durch sukzessiven Ersatz von abgängigen Bäumen durch Wild- und Mostobstbäume zur Wertholzproduktion in ein modernes System zu überführen. Um den Flächencharakter einer Obstwiese zu erhalten, werden vorwiegend Wildobstbäume wie Speierling, Wildbirne oder Elsbeere und auch einige starkwüchsige Streuobstsorten gepflanzt. Die Beweidung dieser Fläche erfolgt durch Schafe eines ortsansässigen Schafhalters. Die Anpflanzung von hochstämmigen Obstbäumen alter regionaler Sorten auf Teilfläche C wurde aufgrund eines Totalausfalls der Bäume bedingt durch Stauwasser wieder aufgegeben. Auf einer weiteren Teilfläche wurden die ehemals stark verbuschten und eingewachsenen Obstbäume freigestellt. Um den Charakter einer Streuobstwiese zu erhalten, werden auf diesem Teil der Fläche zunächst keine neuen Bäume gepflanzt und der Unterbewuchs zweimal im Jahr gemulcht. Um exakte Daten zu den klimatischen Verhältnissen auf der Versuchsfläche zu erhalten, wurde im Jahr 2010 eine Wetterstation mit der Möglichkeit der Fernabfrage installiert. Hiermit können stundengenaue Daten zu Lufttemperatur, Luftfeuchte, Niederschlag, Windgeschwindigkeit und Strahlungsintensität abgerufen werden
Kategorie:
Agrosilvopastorales System (Gehölze/ Ackerkulturen und Nutzvieh)Größe der agroforstlich genutzten Fläche(n) (in ha):
3,15Flächenanteil der Agroforstgehölze (in %):
50,159Beginn der Flächenanlage (Datum):
31.12.2007Standörtliche Besonderheiten:
- Erosionsanfälligkeit
Betriebszweige:
Baumarten:
- Elsbeere (Sorbus torminalis / Torminalis glaberrima)
- Pappel (Populus spp.)
- Walnuss / Schwarznuss (Juglans nigra)
- Holzapfel (Malus sylvestris)
- Wildbirne (Pyrus communis subsp. communis)
(Angestrebte) Nutzung der Bäume:
- Energieholz
- Nahrungsproduktion (z.B. Obst-/ Nussproduktion)
Nutztierarten im Agroforstsystem:
- Schafe (sowie Ziegen)